Achtsamkeit

Dieses Wort ist vielleicht in manchen Zusammenhängen überstrapaziert, aber dennoch hat es eine Daseinsberechtigung.

Wenn man genau hinschaut, kann man so viel entdecken. Und das nicht nur draußen, bei einem schönen Strandspaziergang, nein, auch in anderen Menschen und sogar in sich selbst.

Tropfen in Muschel
Wasserperlen

Früher in der Schulzeit hatte ich zwei Freundinnen, die darin wetteiferten, wer am schlechtesten irgendetwas könne… Es war mir schon damals, im Alter von etwa elf oder zwölf Jahren nicht geheuer… Es kann doch nicht sein, dachte ich, dass sich Bescheidenheit darin äußern muss, die eigenen Fähigkeiten zu negieren. Denn dass sie etwas konnten, war für mich offensichtlich.

Einige Jahre später hatte ich einen Freund, der voller Ideale steckte, großer Menschheitsziele, der die Welt retten und selbst fast ein Engel werden wollte. Doch er sprach fast nur davon, wie weit er noch von den Zielen entfernt sei, wie schwer sie zu erreichen und welche Hindernisse noch vor ihm seien. Zu dem Zeitpunkt war ich mir schon klarer und dachte und sagte ihm auch, es mache doch keinen Sinn, immer nur riesen Berge vor sich aufzutürmen und dann los laufen zu wollen, wenn es doch möglich und sinn- und zielführender sei, einen Stein nach dem anderen aus dem Weg zu räumen.

Diese Haltung hat sich bei mir durchgesetzt. Ich kann nicht mehr anders, muss mich über jeden kleinen Erfolg, jeden Schritt auf dem gewollten Weg, jedes schöne Detail einfach freuen. Und daraus ziehe ich viel Kraft und Gelassenheit und kann aufs neue losstürmen und Berge versetzen oder Perlen in Muscheln entdecken.

 

Ein Gedanke zu „Achtsamkeit

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